Wer sitzt denn da am Schreibtisch? 

Ist schon wieder Karneval oder wieso sitzt da jemand in einer gefleckten Uniform im Büro? Wobei, die Dienstgradklappen und die Hoheitszeichen sehen erstaunlich echt aus! Zugegeben, für viele ist es zunächst sicherlich ein etwas ungewöhnliches Bild, doch hier sitzt tatsächlich ein Soldat der deutschen Bundeswehr am Schreibtisch der 24-25 TV & Medienproduktion. 

Hi, ich bin der Chris und mache im Rahmen meiner Ausbildung zum Feldwebel im allgemeinen Fachdienst eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Das ist nach zahlreichen vergangenen militärischen Lehrgängen, in denen ich die Eignung des Feldwebels im militärischen Sinne erlangt habe, der erste Lehrgang, welcher in der freien Wirtschaft durchgeführt wird. Denn das Besondere an der Laufbahn im allgemeinen Fachdienst ist, das wir neben unseren militärischen Fähigkeiten als Feldwebel auch einen zivilen Beruf bis zur Meisterebene erlernen. 

Wie ich den Weg zur 24-25 TV & Medienproduktion fand 

Ausgebildet werden wir von einer Berufsakademie in Köln und um praktische Erfahrungen des beruflichen Alltags zu erlangen, wird uns die Möglichkeit gegeben, jeweils zwei mehrmonatige Praktika in einem Unternehmen nach unserer Wahl durchzuführen. 

Dadurch, dass ich den Bereich Medien schon immer sehr spannend finde, bin ich mit der Stadt Köln, als einer der Medienhochburgen in Deutschland, genau an der richtigen Adresse gelandet. So bin ich mehr oder weniger durch zufällige Recherche auf die Firma 24-25 getroffen. Nach einem Telefonat mit der Personalleiterin habe ich meine Bewerbung vorbereitet und abgeschickt. Durch ein abschließendes persönliches Gespräch war alles in trockenen Tüchern. Natürlich kommt es nicht unbedingt oft vor, dass sich jemand als aktiver Soldat in einem zivilen Unternehmen um ein Praktikum bewirbt, doch nach einer kurzen Erklärung wieso und wie das überhaupt möglich ist, sprach überhaupt nichts mehr dagegen. Ganz im Gegenteil, denn durch ein immer größeres Auftragsvolumen ist eine fachkundige Kraft immer gut zu gebrauchen! 

Vom Truppenübungsplatz ins Büro 

Einen noch kontrastreicheren und widersprüchlichen Wechsel der Arbeitsumgebung kann man sich kaum vorstellen. Gerade ist man noch auf einem deutschen Übungsplatz irgendwo in Süd – oder Ostdeutschland (manchmal schwankt es von sehr heiß bis sehr kalt je nach Jahreszeit) und lernt dort, wie man eine Gruppe im Gefecht führt, wie man junge Soldaten methodisch und didaktisch richtig ausbildet oder wie man als Vorbild eines Feldwebels vorangeht, da landet man plötzlich in einem wohlklimatisierten Bürogebäude. 

Neben praktischer Schießausbildung und Handlungstrainings ist für einen Soldaten die Schulbank, und die damit die verbundene theoretische Ausbildung, jedoch keines Weges eine Ausnahme. An erster Stelle steht immer der theoretische Teil. Erst wenn dieser zu 100 % gefestigt ist, geht es in die Praxis. Denn wie heißt es so schön: aus der Theorie in die Praxis. Nebenbei müssen wir natürlich auch die rechtlichen Grundlagen kennen, durch dessen unser Handeln im Auftrag der Bundeswehr legitimiert wird. 

Weiterhin sind unsere Aufgaben unterschiedlich, jedoch ist das Ziel immer dasselbe: Am Ende muss die Arbeit fertig werden. 😉 Und doch ist diese Abwechslung für einen Soldaten völlig normal. Mal sitzt man als Haupttätigkeit im Büro und mal muss man natürlich auch auf Märsche und Übungsplatzaufenthalte, weil diese zum Handwerk eines Soldaten gehören. 

Mein Arbeitsalltag 

Die grundlegenden Verwaltungsaufgaben sind in jedem Unternehmen zunächst einmal gleich: Buchführung, Personalverwaltung, Einkauf, Kundenbindung usw. Jedoch hat jede Branche so ihre Unterschiede und Besonderheiten. Zeiterfassung der Mitarbeiter, Finanzbuchhaltung, Einplanung von Technik und Personal für Projekte auch weltweit gehörten zu meinen täglichen Aufgaben. Dabei ist man ständig mit Besonderheiten konfrontiert, denn jeder Tag und jedes Projekt hat seine speziellen Tücken. 

Neben den alltäglich wieder aufkommenden Büroprozessen habe ich auch einige Sonderprojekte durchführen können, wie zum Beispiel bestimmte Büroprozesse in Aspekten der Weiterentwicklung und Optimierung, unteranderem im Bereich der Informationsbeschaffung und Organisationsmittel, unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutz und Datensicherheitsbestimmungen. Auch besondere Personalbeschaffungsmaßnahmen gehörten zu meinen Aufgaben. 

Kommen wir zum Schluss 

Abschließend kann ich sagen, dass mir das Praktikum tagtäglich nicht nur sehr viel Spaß gemacht. Auch konnte ich mein theoretisches Wissen, welches ich in der Akademie erlernt habe, nun in der Praxis anwenden und habe dann doch das eine oder andere Mal gemerkt, wie sich Praxis und Theorie unterscheiden können. Aber so ist es immer: In der Theorie werden die Grundlagen vermittelt, richtige Handlungssicherheit erlangt man dann im richtigen Berufsalltag. 

Besonders gut gefallen hat mir die offene Unternehmenskultur und das nicht jeder Mitarbeiter unbedingt fest an eine einzige Aufgabe gebunden ist. Dabei ist jedoch Organisation und Kommunikation ein immens wichtiger Bestandteil eines reibungslosen Tagesablaufes. Auch die Freiräume zum selbst organisierten arbeiten, die mir gegeben wurden, fand ich sehr bereichernd. Ich denke unter´m Strich, dass ich viel Wissen und Praxiserfahrung mitnehmen werde und diese auch sinnvoll in meinem weiteren Werdegang nutzen kann. Mir fällt jeder Abschied schwer und dieser ganz besonders. Drei Monate gingen unglaublich schnell vorbei. Jetzt heißt es zunächst einmal den Lehrgang erfolgreich abschließen, dann geht es weiter. 

Danke für alles! 

Euer Chris